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Den Seitensprüngen der Elbe auf der Spur
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Dünen in fruchtbarer Aue? - Seitensprünge der Elbe?

[Autor: Günter Cerych]


In fast allen heimatkundlichen Darstellungen der "alten" Auenlandschaft und der Besiedlungsgeschichte wird unbewusst davon ausgegangen, dass die Elbe - häufig als "Hauptstrom" zum Unterschied von den vielen "alten Elbarmen" und "Rissen" bezeichnet - seit eh und je so fließt wie heute.

Das setzt aber auch eine rund 10 000jährige Konstanz der Landschaftsformen voraus, die geologisch unhaltbar ist.

Auch Vorstellungen, die eine gewisse Ähnlichkeit zum heutigen Spreewald ins Spiel bringen, müssen hinterfragt werden, da einige Fakten damit nicht in Einklang zu bringen sind.

Wie entstand die Landschaft, in der wir heute leben?

3 Kaltzeiten Norddeutschland mit Elbaue [Jeweils maximale Eisrandlagen, Bild geändert aus http://de.wikipedia.org/wiki/Elster-Kaltzeit]
Die Gletscher der Elsterkaltzeit (475 000 - 370 000 v.h.) "schaufelten" zwischen Torgau-Wittenberg-Aken eine gewaltige "Wanne" bis auf eine Tiefe von 80m unter NN aus, die zwischendurch einen Stausee aufnahm und erst am Ende dieser Kaltzeit mit etwa 100m mächtigen Ablagerungen wieder verfüllt wurde.

Die folgende Saalekaltzeit (230 000 - 130 000 v.h.), deren Gletscher ebenfalls über unserer Gegend lagen, hinterließ uns dann beim Gletscherrückzug die Moränenzüge der Dübener Heide und den Südlichen Landrücken des Fläming. "Hervorragende" Zeitzeugen sind der Gollmer bei Pretzsch und der Himmelsberg bei Jessen.
Hier bildete sich auch das Breslau-Bremer Urstromtal aus, das alle Schmelzwässer von der Oder über die Lausitz und der Schwarzen Elster bei Bremen in die Nordsee führte.

Bei Mühlberg mündete damals die Elbe als "kleines Nebenflüsschen" mit einem Delta in diesen Urstrom, der mehrere Kilometer breit war. Dieses Delta war deshalb sicherlich auch ziemlich flach und eben.
Landschaft in Nordkanada [Landschaft in Nordkanada,
Bildausschnitt aus http://www.marsonearth.org/image/july24/hmp.rs.pan.23.07.md.jpg]
Die darauf vor 115 000 Jahren beginnende Weichselkaltzeit brachte wieder mit niedrigen Temperaturen und Trockenheit eine durch Pollenanalysen nachgewiesene tundrenartige Vegetation zu uns in die Elbaue. Die Gletscher der bisher letzten Kaltzeit erreichten uns nicht mehr, denn sie kamen zwischen Berlin und Fläming zum Stehen. Die entstehenden Schmelzwässer ergossen sich nun nördlich des Flämings in das Glogau-Baruther Urstromtal.

Die anfangs vom Eisrand im Nordosten her wehenden kalten Fallwinde lagerten den feinen Sand vor allem am Westrand des Urstromtals ab, weil die Kraft des Windes nicht ausreichte [Küster, Die Elbe, S. 103]. Sie wurden mit dem Eisrückzug immer schwächer und der bei uns vorherrschende, bedeutend stärkere Westwind konnte sich wieder durchsetzen. Der feine Sand für die Dünen stammte aber immer aus der Aue in unmittelbarer Nähe zum Fluss. Nur hier konnte die Vegetation keine geschlossene Pflanzendecke schaffen, weil der Boden durch Hochwasser regelmäßig "umgepflügt" und bei Niedrigwasser ausgetrocknet wurde.

Viele kleine Dünenfelder sind sicher durch Hochwasser und die Bodenbearbeitung verschwunden. Zwei größere Vorkommen fallen aber auch heute noch auf: Besonders eine rund 20 km² große Sandfläche mit zwei markanten, rechtwinklig zueinander verlaufenden Dünenzügen im Nordwesten der Annaburger Heide regt zum Nachdenken an. Da sie mitten im militärischen Sperrgebiet liegen, sind diese Dünen weitgehend unbekannt und lassen sich nur über Karten erschließen.
Markante Dünen in unserer Elbaue
Die Verwehungen erfolgten überall vorrangig von West nach Ost. Sie dürften dann also erst nach dem vollständigen Eisrückzug entstanden sein. Ihrer Größe nach zu urteilen verdanken sie ihre Existenz wohl kaum der Landlache. Sollte also doch vor Jahrtausenden die Elbe die heutige Ortslage von Annaburg berührt haben? Frei zugänglich und damit weitaus besser bekannt ist ein zweites Dünengebiet, das sich mit Unterbrechungen von Prettin, Axien, Düßnitz, Kleindröben, Klöden bis nach Schützberg erstreckt. Es ist flächenmäßig viel kleiner als das in der Annaburger Heide und liegt z.T. immer noch recht nahe an der Elbe. Es scheint also hier geologisch alles klar zu sein, wenn es da nicht ein paar historische "Unverträglichkeiten" geben würde.

Diese karge Flusslandschaft mit langsam zunehmender Vegetation zwischen Pretzsch und Annaburg war die Ausgangssituation für die (Wieder-?)Besiedlung unserer Elbaue durch mittelsteinzeitliche Sippen vor rund 10 000 Jahren.

Wenn der Heimatforscher A. Voegler auch am Düßnitzer Sandberg Siedlungsplätze des mittelsteinzeitlichen Menschen fand, heißt das nur, dass diese Düne schon an einer sehr alten Flussrinne der Elbe lag. Bei Hochwasser war das ein sehr sicherer Platz.

Zum Glück sind eben nicht alle Dünen und damit alle Spuren verschwunden!

Die Elbe könnte also in den 10 000 Jahren nach der letzten Kaltzeit schon bedeutend weiter östlich ihr Bett aufgeschlagen haben. Der Mensch war dabei sicher immer an ihrer Seite. Die ältesten Siedlungskerne in der Elbaue liegen auch heute noch alle auf leicht erhöhtem Niveau, das sie recht gut vor "normalem" Hochwasser schützt!

Bei uns erreicht das Urstromtal eine außergewöhnliche Breite. Statt der durchschnittlich 5 bis 10 km sind es z.B. zwischen Torgau und Herzberg rund 20 km. Eine Flussbettverlagerung auf diesem sandigen Untergrund ist natürlich nichts Außergewöhnliches für einen - nicht vom Menschen gebändigten - Strom. In jeder Mäanderschlinge wird der Prallhang abgetragen und der Gleithang erhält neues Material durch Ablagerung bis die Schlinge manchmal sogar selbst vom Fluss abgetrennt wird. Diese Wanderungsbewegung der Elbe ist besonders gut aus
 Luftaufnahmen (Google Maps™-Kartenservice !) zu erkennen.


Bei ganz extremen Hochwassersituationen - vielleicht einmal in zwei oder drei Tausend Jahren - konnte es dazu kommen, dass die Elbe das gesamte Urstromtal überflutet und sich dabei eine ganz neue Flutrinne geschaffen hat. In einem solchen Fall werden aber auch durch gewaltige Sedimentumlagerungen alte Flussspuren bis zur Unkenntlichkeit vernichtet.

Satellitenaufnahmen der letzten Jahrhundertflut von 2002 zeigen deutlich, dass bei genügend hohem Wasserstand auch die alten Flutrinnen wieder genutzt werden.

Es ist aber kaum möglich, genauere Daten für diese Flutrinnenwechsel anzugeben. Die existierenden "Querverbindungen" unter den einzelnen Rinnen lassen einfach zu viele Möglichkeiten im zeitlichen Ablauf zu.
3 Flutrinnen zwischen Pretzsch und Jessen
Da die bronzezeitlichen Burgwälle Plossig, Gerbisbach und Battin aber offenbar auch an älteren Flutrinnen liegen und demnach vielleicht als Grenzbefestigung dienten, könnte die Elbe die mittlere Flutrinne vor wenigstens 4000 Jahren erzeugt haben. Heute fließt hier die Landlache, die in weiten Teilen durch Melioration begradigt und umgeleitet wurde.

Im 10. Jh. kann man den Lauf der Elbe dann aus den Ortsaufzählungen aus zwei Kaiserurkunden ableiten, da diese dort genannten Burgen ebenfalls der Grenzsicherung dienten. Diese Zeit war geprägt durch ständige Kämpfe mit den Slawen östlich der Elbe und den Ungarn, die über das befreundete Böhmen mit schneller Reiterei auch in unser Gebiet eindrangen.

Von den 17 Burgen liegen heutzutage lediglich 4 rechtselbisch, dabei heißt es aber schon 981 für Zwethau in einer anderen Urkunde eindeutig "am Westufer des Elbeflusses gelegen", so dass nur noch Prettin, Axien und Klöden aus der Reihe tanzen. Warum sollten wir aber den Erbauern dieser drei Burgen so viel strategische Dummheit zumuten, wo sie doch genau wussten, dass sie bei den jährlichen Hochwassern von jeder Hilfe abgeschnitten, eine leichte Beute waren!?
Grenzgau Nizizi (auch Nikiki oder Mezumroka) um 1000
Diese fast 100km lange Burgenkette von Dessau bis Torgau musste aus solchen strategischen Überlegungen nur nahe der Elbe und linkselbisch liegen um ihre Funktion zu erfüllen. Das bedeutet aber auch, dass diese Orte (Ausnahme: Süptitz, wahrscheinlich Absicherung Südflanke vom Gau Nizizi, an altem Handelsweg gelegen) den damaligen Elbverlauf widerspiegeln!
Karte in höherer Auflösung
Ein Blick auf die Karte zeigt aber schnell, warum die 4 "Ausnahmeorte" etwas später doch die Elbseite gewechselt haben: ein äußerst starkes Hochwasser muss sie irgendwann danach gewaltsam auf die andere Elbseite gebracht haben, wobei mehr als die Hälfte von Klöden dem Wasser zum Opfer fiel.
Die Lage der Kirche sagt mehr als tausend Worte!

Kirche in Klöden vor dem Abgrund

Da die Kirche um 1150 erbaut wurde und damals sicher noch mitten im Zentrum des Ortes stand, kann diese Katastrophe erst danach stattgefunden haben.

In einer Urkunde Rudolfs I. ist die Rede von einem Gut zu Pretzsch und Klöden, das er 1325 den Brüdern Magnus Löser und Bertram Rehfeld als Lehen gibt. Sie hatten dieses schon 1313 von dem Burgherr von der Dame (Dahme) gekauft, aber schon kurz vor 1400 ist Klöden wieder im Besitz des Kurfürsten. In Pretzsch wird 1380 von einem Löser das alte Schloss abgerissen (Flutschäden?) und neu erbaut..
Das deutet auf einen dazwischen liegenden Zeitpunkt für diese Flutkatastrophe hin und tatsächlich fand hier auch die stärkste Flut in Mitteleuropa seit 2000 Jahren - auch Sintflut des Mittelalters genannt - statt: das Magdalenen-Hochwasser am 21./22. Juli 1342!

Karte in höherer Auflösung

Offenbar vermutet man auch in Elster im 14. Jh. die Zerstörung von Burgwall und Schloss, wie auf einer Tafel an der Fährauffahrt zu lesen ist.
Tag X für Klöden - Sintflut des Mittelalters
Bodenübersichtskarte Sachsen-Anhalt, Umgebung Klöden
Übrigens weisen auch bodengeologische, topografische und Bohrkerndaten auf diese Flutrinnenänderung, die manchmal auch als "Flussspringen" bezeichnet wird, hin. Hier z.B. in der Bodenübersichtskarte Sachsen-Anhalt mit abrupt endenden alten Elbemäandern und einer "Landzunge", die von Pretzsch her kommend bis fast nach Elster reicht. Diese ist auch in einer topografischen Karte mit Höhenschichten deutlich als 1-2m höhere Schicht als die Umgebung zu erkennen und genau über diesen "Höhenrücken" fließt quer zum Urstromtal die Elbe.
Diese Sedimentablagerungen auf fast 15 km² zwischen Pretzsch und Elster waren nach dem Rückzug des Wassers und Austrocknung eine ideale Quelle für feinen Sand, der sicher ein paar Jahre zur Verfügung stand, bevor sich wieder eine geschlossene Vegetation ausbilden konnte. Damit könnte man auch die Entstehung der Dünen zwischen Torgau und Schützberg erklären.
Um geologische und historische Fakten in Einklang zu bringen, müssten diese Dünen also viel jünger als die in der Annaburger Heide sein, höchstens 700 Jahre. Eine Klärung dieser Problematik ist aber erst nach einer aufwändigen Altersbestimmung der Dünen möglich...
Erst Jahrhunderte später - 1621 - entstand dann bei einem Hochwasser der Klödener Riß, dem 1703 auch weitere 5 Gehöfte von der Kirche aus in Richtung Rottenberg zum Opfer fielen. Nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es 1714, nachdem er sich zeitweilig schon zum Hauptarm der Elbe (mit Schifffahrt!) entwickelt hatte, diesen Riß zwischen Mauken und Düßnitz durch einen Damm wieder von der Elbe zu trennen. Der Riß war also bestenfalls ein "Mittäter" bei der "Verstümmelung" Klödens!

Die bisher bekannten Indizien erlauben folgende Hypothesen:

  1. Die Elbe nutzte zwischen Pretzsch und Jessen seit der letzten Kaltzeit im Wesentlichen 3 Flutrinnen.

  2. Der slawische Gau Nizizi (auch Nikiki oder Mezumroka) reichte zumindest am Anfang nicht über die Elbe nach Osten hinaus. Die 17 genannten Burgwarde beschreiben ungefähr den vor etwa 1000 Jahren existierenden Elbelauf.

  3. Die jüngste Flutrinne zwischen Torgau und Elster entstand durch ein Extrem-Hochwasser, bei dem vielleicht die Hälfte von Klöden vom Wasser weggerissen wurde. Das könnte frühestens nach dem Bau der Kirche gegen 1150 und spätestens im 14. Jh. gewesen sein. Urkundlich belegte Besitzverhältnisse deuten mehr auf das Magdalenenhochwasser im Juli 1342 hin.

  4. Der Riß, dem im 17. /18. Jh. einige Klödener Gehöfte zum Opfer fielen, trägt nur eine Teilschuld für das Fehlen des halben Ortes.

  5. Die Elbe strömte vor dieser Katastrophe von Pretzsch her kommend erst einmal an Düßnitz und Rade vorbei und floss nördlich von Klöden in Richtung Trebitz weiter.

Quellennachweis

  • Anlauf, Andreas Die Klödener Kirche "Zum heiligen Kreuz", Maschinenschriftliches Manuskript 1962, Predigerseminar Wittenberg, [Katalog: 1990-244]
  • Anlauf, Andreas Der Kampf mit dem Wasser in der Parochie Klöden, Maschinenschriftliches Manuskript, Predigerseminar Wittenberg, [Katalog: 1990-247]
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt, Hochwassernachrichtendienst, Online in Internet: URL: http://www.hnd.bayern.de/ereignisse/ereignisse_historisch.htm [Stand 31.07.2008]
  • Bily, Inge Ortsnamenbuch des Mittelelbegebietes, Akademie-Verlag 1995
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Cluster Angewandte Fernerkundung, details_torgau.jpg, Online in Internet: URL: [Stand 2003, aktuell z. T. nicht mehr vorhanden] http://www.dlr.de/caf/desktopdefault.aspx/tabid-2669/4017_read-6158/
  • Heimatmuseum Pretzsch, Inhalt Lehensurkunde von 1325
  • Jüngel, Karl, Die Elbe. Geschichte um einen Fluß , Anita Tykve Verlag 1993
  • Küster, Hansjörg, Die Elbe, Landschaft und Geschichte, Verlag C.H. Beck oHG, München 2007
  • Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (Kürzel: LAGB), Fachinformationssystem Geologie, Landesbohrdatenbank Sachsen-Anhalt, Online in Internet: URL: http://www.sachsen-anhalt.de/LPSA/index.php?id=20870 [Stand 09.09.2008]
  • Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (Kürzel: LAGB), Übersichtskarte der Böden (BÜK400d), Online in Internet: URL: http://webs.idu.de/lagb/lagb-default.asp?thm=buek400&tk=C4342 [Stand 31.07.2008]
  • Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (Kürzel: LAGB), Geologische Übersichtskarte (GÜK400d), Online in Internet: URL: http://webs.idu.de/lagb/lagb-default.asp?thm=guek400 [Stand 31.07.2008]
  • Leonhardi, Friedrich Gottlob Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich- Sächsischen Lande, Erster Band, Dritte vermehrte und verbesserte Auflage, Johann Ambr. Barth, Leipzig 1802
  • Luterbacher, Jürg, Flutkatastrophen in Zentraleuropa - Erlebte Geschichte und Szenarien für die Zukunft Bodensee-Symposium, Bregenz, Mai 2003, URL: http://www.giub.unibe.ch/klimet/docs/climdyn_2004_luterbacher.pdf
  • Merkel, Dankegott Immanuel, Erdbeschreibung des Königreiches Sachsen. Siebenter Band. Dritte Auflage, ... bearbeitet von Karl August Engelhardt, ... 1808
  • Monumenta Germaniae Historica digital, (Kürzel: MGHd) Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser, Herausgegeben von der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, Hannover, Hahnsche Buchhandlung 1879 - 1884. Online in Internet: URL: http://mdzx.bib-bvb.de/dmgh_new/app/web?action=loadBook&bookId=00000442
  • Pötzsch, Christian Gottlieb, Chronologische Geschichte der großen Wasserfluthen des Elbstroms seit tausend und mehr Jahren. Veröffentlicht von Walther, 1784
  • DLR Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) Satellitenbilder der Hochwasserkatastrophe in Mitteleuropa 2002, Animation: Flut im Grossraum Wittenberg, modis-animatin-detail-wittenberg.gif und Überflutungsstand am 20.8.02 mit Bild details_torgau.jpg Online in Internet: URL: http://www.dlr.de/caf/desktopdefault.aspx/tabid-2669/4017_read-6158/ [Stand 11.05.2009]
  • Vogt, Uwe, Bericht (unveröffentlicht, zur Ausgrabung 2006 am Westhang der Burg Klöden), CD vom Autor, 2007
  • Wenzel, Walter Die Ortsnamen des Schweinitzer Kreises, Akademie-Verlag Berlin, 1964

Geschichte Klöden


Otto I. schenkt dem Kloster des hl. Johannes in Magdeburg den Zehnt vom Honigzins im Gau Nizizi.

Urkunde 965 Clotna in Urkunde 965

Ausschnitt aus gefälschter Urkunde von 965, wo Klöden als "Clotna" ( 2. Wort in 2. Zeile) erstmals genannt wird

Übrigens wurde der Inhalt von Heinrich II. schon 1004 mit einer neuen Urkunde bekräftigt!

Hatten Trebitz, Klöden und Pretzsch 1361 Stadtrecht?

[Autor: Günter Cerych, 27.06.2010]

In einer Urkunde1 vom 6.2.1361, in der sich die kursächsischen Herzöge um eine Schlichtung ihres Streits mit dem Bischof von Meißen bemühen, werden sechs Orte namentlich als "Städte und Festungen" hervorgehoben:

"... in vnsern steten vnd vesten Hirzberg, Prittin, Trebaz, Cloden, Pretaz, Smedeberg vnd anderen vnsern vesten,2 dorferen vnd markten, die in dem bischoftum czu Misen gelegen sint, ..."

Von Herzberg, Prettin und Schmiedeberg ist bekannt, dass sie damals schon im Besitz des Stadtrechts waren.
Beim Druck1 des Urkundeninhalts wurde das fehlende Komma2 übersehen. Deshalb grübelte man vergeblich, was denn wohl unter den "vesten dorferern" zu verstehen wäre und vermutete, dass in der namentlichen Aufzählung außer Städten auch Festungen genannt wurden, konnte aber die Orte nicht zuordnen.

Mit diesem Komma wird der Text verständlicher: Da der Begriff "vesten" im Text zweimal steht, wollte man mit der namentlichen Aufzählung von sechs Orten sicher nur deren Status als "Stadt mit Festung" oder als "befestigte Stadt" hervorheben, während die danach erwähnten "anderen vnsern vesten" ohne diesen Status namenlos blieben.

Damit ist diese kaum beachtete Urkunde doch ein ganz wichtiger Hinweis auf die 1361 noch existierenden Stadtrechte von Trebitz, Klöden und Pretzsch.

1 CDS II 2, No.529, S.39-41 (6.2.1361)
2 In der Druckversion der o.g. Urkunde fehlt dieses Komma, aber auf der Fotokopie des Originals steht dort zwischen "vesten" und "dorferen" ein deutlich sichtbares Trennzeichen.

Zeittafel zur Burg Klöden

[Zusammengestellt von Günter Cerych]

Zeit Ereignisse
926   Burgenordnung Heinrichs I. auf Reichstag in Worms [Das könnte der Auftakt für den Bau der Burgenkette am linken Elbufer gewesen sein, also auch für die Burg Klöden.]
927 bis 929 Unterwerfung der slawischen Stämme östlich der Elbe zur Aufrüstung und Erprobung eines starken Heeres mit schwerer Reiterei
965   Die Sächsische Ostmark wird nach Tod Geros I. in 5 Marken aufgeteilt: Nordmark, Mark Lausitz, Mark Meißen, Mark Zeitz u. Mark Merseburg; Klöden lag damals in der Mark Lausitz
965   Fälschung, Erschleichung des Honigzehnten durch Kloster d. Hl. Johannes in Berge, MD, 17 Orte genannt, 4 davon heute rechtselbisch: Klöden, Axien, Prettin und Zwethau; ...de provintia Sclavorum Nizizi nominata, in comitatu fidelis nostri Vdonis sita cum subscriptis urbibus:...; [Inhalt der Urkunde schon 1004 bestätigt!]
979 erst 981 beurk. Otto II. schenkt Klöden mit Pretzsch u. Axien an Kloster Memleben; ...in pago Nikiki vel Mezumroka dicto in comitatu Ditmari sita... ...cum burgwardiis et omnibus utensilibus...
1002 bis 1018 Krieg zwischen Heinrich II. und König Boleslaw von Polen, der die Mark Lausitz für sich beanspruchte
1015   Kloster Memleben wird dem Kloster Hersfeld unterstellt [wahrscheinlich damit auch die Herrschaft über Klöden, aber vielleicht auch vorher schon durch Tausch wie bei Elsnig u.Dommitzsch an Getreuen verschenkt!? 150 Jahre später (zwischen 1156 und 1181) erwarb jedenfalls Friedrich I. Graf von Brehna unsere Gegend als Magdeburger Lehen, d.h. vom Erzbischof!]
1028 bis 1031 Polnischer König Misico, Sohn von Boleslaw, führt Beutezüge auch bis zur Saale, plündert und verwüstet über 100 Dörfer und nimmt viele Gefangene mit. Erst 1031 wird er von Kaiser Konrad II. endgültig besiegt.
1032 ca. Graf Dietrich II. von Wettin wurde als Dietrich I. Markgraf der Mark Lausitz, zu der Klöden gehörte
1116   Grafschaft Brehna fällt an Konrad I. von Wettin; ab 1127 Markgraf von Meißen und seit 1136 der Niederlausitz; 1156 legt er sein Amt nieder und teilt alles unter seine 5 Söhne auf
1140   Halsgerichtsbarkeit in Klöden
1150 ca. Klödener Kirche gebaut? (nach Alter des Kruzifix geschätzt)
1156 bis 1181 Friedrich I. war jüngster Sohn von Markgraf Konrad I. von Meißen und erhielt Grafschaft Brehna. Er erwarb für die Grafschaft Brehna zahlreiche Besitzungen. Als Magdeburger Lehen: Arnoldishagen ?, Trebus, Loeben, Prettin mit der Heide, Burg, Schweinitz, Jessen, Klöden, Zwethau, Herzberg, Belzig, Zahna, Wesenburg, Werben, Gommern u. a. [Da Friedrich am 4.1.1182 starb, müssen also diese Orte spätestens 1181 zur Grafschaft Brehna gekommen sein!]
1163   Klödener Kirche kommt vom Erzbistum Magdeburg an das Bistum Meißen, das zur Ausdehnung seines Territoriums einige Urkunden gefälscht hatte.
1163   1. dt. Burg Klöden nach über 200 Jahren durch Hochwasser zerstört (zumindest Westflügel) ; Schon vorher oder gleichzeitig damit könnte auch "Urkirche" auf Burgwall zerstört worden sein!
1208 um Klödener Kirche erstmals erwähnt: ...Ecclesia de Clodene... als Probstei-Kirche
1267   Schenken von Seyda (Günther?) besitzen nach Zeugenliste vermutlich Klöden, Wettinischer Graf Konrad von Brehna siegelt Urkunde auf Klöden
1290   Am 31. August 1290 verlieh der König Rudolf I. Grafschaft Brehna an seinen noch minderjährigen Enkel, den askanischen Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg. => Klöden an Sachsen-WB
1295   Handelsschiffe der Hanse passieren Klöden! Die Hanse unterhält schon eine Handelsverbindung mit Prag. Eine weitere Handelsstraße der Hanse führte von Halle über Torgau, Guben, Posen, Thorn nach Danzig.
1313 ? bis 1313 Klöden u. Pretzsch gehören "denen von Dahme":
1313   "...verkaufte der Burgherr von der Dame (Dahme) sein zwei bis drei Quadratmeilen großes Landgut (... dac hucfcu pretetz vn cloden...) an den Ritter Magnus Rehfeld und seinen Bruder Bertram, welche 1325 von den Herzögen Rudolf und Wenzel von Sachsen Wittenberg damit belehnt wurden ... " --- "..det guet", also nur 1 Gut => das könnte ein Hinweis darauf sein, dass beide Orte noch nicht durch die Elbe getrennt waren!
1325   Magnus Löser erhält von Rudolph I. Pretzsch und Bruder Bertram Rehfeld Klöden als Lehen
1342 21./22. Juli Nach einem furchtbaren Winterhochwasser am Anfang Februar kam die "Sintflut des Mittelalters", das Magdalenen-Hochwasser:
"Die größte Überschwemmung seit Menschengedenken fand im vierzehnten Jahrhundert statt. ... das sogenannte Magdalenen-Hochwasser vom 21./22. Juli 1342, das bisweilen auch die "Sintflut des Mittelalters" genannt wird. Die Quellentexte zur Witterungsgeschichte Europas' von Curt Weikinn belegen, dass neben Main, Rhein ebenfalls Donau, Elbe, Weser und deren Nebenflüsse überschwemmt wurden. Selbst die Eider nördlich von Hamburg trat noch über die Ufer. Das Katastrophengebiet erstreckte sich damals bis nach Kärnten und Norditalien. Heute geht man bei diesem Ereignis davon aus, dass es sich um eine 5b-Wetterlage handelte, die Mitteleuropa nach langer Hitze und Trockenheit erfasst hatte. In nur 2 Tagen fiel mehr als die Hälfte der üblichen Jahresmenge. Der ausgetrocknete Boden konnte diese immensen Wassermassen nicht aufnehmen und speichern, es kam zum großräumigen Oberflächenabfluss und Überschwemmungen. Die Auswirkungen waren katastrophal: allein in der Donauregion fanden mehr als 6000 Personen den Tod; es gab riesige Verwüstungen; Häuser, Mühlen, und Brücken wurden zerstört. Die Fluten schwemmten so viel fruchtbaren Boden fort, wie bei normalen Wetterbedingungen in einem Zeitraum von 2000 Jahren verloren geht. In den darauffolgenden Sommern herrschten nasskaltes Wetter und Hungersnöte. Über die geschwächte Bevölkerung brach in der Folge 1348 bis 1350 die Pest herein, bei der mindestens ein Drittel der deutschen Bevölkerung ums Leben kam."
[Aus http://www.giub.unibe.ch/klimet/docs/climdyn_2004_luterbacher.pdf]
1356 bis 1370 Rudolf II. Herzog von Sachsen-Wittenberg musste sich den Ansprüchen der wettinischen Meißner (einstige wettinische Grafschaft Brehna) erwehren. Als diese ihm den Besitz von Herzberg, Prettin, Trebitz, Klöden, Pretzsch, Schmiedeberg und anderer Orte, streitig machten, konnte er sie nur militärisch abwehren.
1361 6.2. Hinweis auf Stadtrechte für Trebitz, Klöden und Pretzsch: Die Herzöge Rudolf II., Wenzel (Bruder) und Albert (Vetter) schreiben: "... in vnsern steten vnd vesten Hirzberg, Prittin, Trebaz, Cloden, Pretaz, Smedeberg vnd anderen vnsern vesten, dorferen vnd markten, ..." Mehr...
1372   Dem 1372 verstorbenen Hans Löser folgte im Besitz Klöden [Nur eine Hälfte?, Vgl. 1389!] sein Sohn George, der große Teile seines Vermögens mildtätigen Zwecken opferte.
1380   George Löser lässt Schloss Pretzsch abreißen u. neu aufbauen. (Auch Flutschäden!?)
1389   "... Hans vnd Kune von Refelt gebrudere ..." geloben dem Markgrafen Wilhelm I. von Meißen "... daz wir ym mit dem halben hofe Cloden der vnser ist ... dynen ..."
=> Besaß George Löser die 2. Hälfte???
(Kurz danach ist dann Klöden wieder an die Schencken von Landsberg/Sydow/Seyda verkauft worden: "... Also als dy Edelen Er Albrecht er Heinrich vnd, er Hans Schengken von Landisberg zum Tupze vnsser liebin getruwin das Sloss Cloden gekouft hettin..." [Urkunde von Herzog Albrecht 1419])
vor 1400   "Ums J. 1400 wurde die Propstei, in Folge der Streitigktn. des kemberger Propstes Matth. Löser mit Denen v. Sydow [Seyda], dem wittenbgr Collegiatstifte einverleibt." Etwa zur gleichen Zeit ist auch das Schloss Clöden vom Herzog aufgekauft und neu an Hensel v. Ammelungishain verliehen worden! "... alss vnsir brieff , den wir darubir geben habin , eigentlich vsswisset, vnd Sindmale daz wir Cloden daz Sloss mit aller syner Zugehorunghe gekouft habin , ..." [Urkunde von Herzog Albrecht 1419]
1400   Hensel v. Ammelungishain (Ammelshain bei Grimma, VG Naunhof) erhält von Hz. Wilhelm I. von Sa-WB Klöden als Lehen
1406   Auf dem Jagdschloss Schweinitz hielten sich die Kurfürsten der askanischen Linie des Öfteren auf. Durch den Einsturz eines Turmes verlor Kurfürst Rudolph III. 1406 seine beiden Söhne Wenzel und Sigismund, sodass nach seinem Tod die askanische Linie erlosch.
1409   Nickel von List auf Klöden
1419   wieder an Hz von Sa-WB
1422   Aussterben der Sa-WB-Linie der Askanier mit Albrecht III., der wenige Tage nach Brand in Lochau kinderlos starb, hinterließ Wittwe Offka, die Klöden als Wittum erhält
1422   Enkel von Magnus Löser, Wilhelm Löser (u.a. auf Ahlsdorf u. Lebusa) wird mit ehemaligem Rittergut Rettich (Hans v. Hemmsendorf) "begnadigt", weil letzterer beim Brand in Lochau umkam! Rettig kann also damals noch nicht zu Klöden gehört haben!
1436   Apel von Vitzthum und Conrad von Stein erhalten Klöden (2. Heirat von Offka 1432!)
1439   Apel von Vitzthum und Conrad von Stein tauschen Klöden gegen Lichtenwalde unter Herrschaft derer von Honsberg ==>Ritter Hans von Honsberg auf Klöden (vielleicht bis 1530 unter denen von Honsberg?)
1530 bis 1534 Schwiegersohn Honsbergs verwaltet Klöden
1537   Herren von Ende zu Brandis besitzen Klöden; (Nicolaus von Ende, Geheimer Rat des Kurfürsten Johann Friedrich kauft 1535 Brandis!)
1547 24.4. In der Schlacht bei Mühlberg (auch als Schlacht auf der Lochauer Heide bekannt) besiegte das Heer Kaiser Karls V. am 24. April 1547 die Truppen des Schmalkaldischen Bundes. Der Führer der Protestanten, Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen, geriet in Gefangenschaft. => Ende des Kurfürstentums Sa-WB !!! Klöden nun im Kurfürstentum Sachsen unter Kurfürst Moritz
1553   Jobst von Kanne, Kammerjunker des Kurfürsten Johann Friedrich I. zu Sachsen (Geschlecht stirbt 1677 aus), erwirbt Klöden.
1566   spätmittelalterliche Burg zum Renaissanceschloss umgebaut
1576 24.5. Schreiben des Kurfürsten [August] (in Annaburg)[Augustus Herzog von Sachsen / des heiligen Römischen Reichs Erzmarschalk und Churfürst / Landgraff in Döringen / Marggraff zu Meissen / und Burggraff zu Magdeburg] wegen der Vernachlässigung der Elbdämme, insbesondere bei Bösewig mit dem erstmaligen Vorschlag eines Elbdurchstichs bei Klöden!
1621 Anfang Der Riß entsteht: Schreiben, das Hans Löser und Bernhard Ludolf Kanne, Erbherr von Klöden, am 31. Mai 1621 an den Kurfürsten [Johann Georg II.] richten: "...die Elbe Vber Prezsch einen gewaltigen einbruch vndt fall, diese Jahr hero gewunnen, also, das Wehe solchem nicht gewehret würde, dieselbe in weniger Zeit einen ganz nauen gangk Von dem Hause Vndt stedtlein Prezsch wegk, ganz Auf Kleden zu nehmen ..."
1627   Feierabendstein im Ostflügel zeigt hier Bautätigkeit an
1637   Schwedische Söldner suchen Klöden heim. Vermutlich waren die Speicher des Rittergutes in Flammen aufgegangen und deshalb nutzte man in der Not den Dachboden der Kirche als Getreideschüttspeicher.
1647   Pfosten bei Ausgrabung (Dendrodaten): auch am W-Flügel (vielleicht letzte?) Bautätigkeit
1655   5-wöchiges Hochwasser bis Mitte März auf beiden Elbseiten; Wolff Christoph v. Arnimb auf Pretzsch, Bernhardt Ludolph v. Kanne auf Clöden und Obristleutnant Wolf Otto v. Thümmel auf Hemsendorf vereinbaren Solidaritätshilfe
1676 etwa Margaretha Sibylle von Löser, geb. von Einsiedel, (*2.9.1642 +18.5.1690), kauft Rittergut Klöden.
1684   wurde die Anlage[Burg Klöden, Löser] barock überformt. Die Dreiflügelanlage besteht aus zwei zweigeschossigen Flügelbauten der Renaissance im Süden und Osten und einem eingeschossigen barocken Wirtschaftstrakt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts im Norden. Die Innenräume sind kreuzgratgewölbt oder mit kassettierten Holzbalkendecken ausgestattet. Im Obergeschoss des Ostflügels hat sich eine Kassettendecke mit Akanthusbemalung aus dem Ende des 17. Jahrhunderts erhalten. Im Ostflügel befindet sich die ehemalige Schwarzküche. Das Kaminzimmer, die Empfangshalle der Burg, beeindruckt auch heute noch mit dem offenen Kamin und der 500 Jahre alten gewundenen Treppe.
1684 22.6. Einweihung des Altars und der Kanzel der Klödener Kirche; In der Schrift dazu steht in der Widmung eindeutig: "Herrn Heinrich von Löser / Erbherrn auf Reinharts und Meuro / etc. und Herrn Magno von Löser / Erbherrn auf Clöden / etc."
Die Mutter von Heinrich und Magnus ist eine geb. Margaretha Sibylle von Einsiedel (*2.9.1642 +18.5.1690), Witwe des 1670 verstorbenen Curt von Löser (*11.3.1623, +20.4.1670) auf Sahlitz, Reinhardts, Heynichen und Nenckersdorf; im Zedler steht: "Sie war ein rechter Ausbund gelehrter Frauenzimmer, und in allen vier Facultäten wohl bewandert. Sie verstunde die Mathematik vortrefflich, hatte sich in der Bürgerlichen, Gelehrten- und Kirchen-Historie wohl umgesehen, machte einen guten Vers, und redete nebst ihrer Muttersprache Ebräisch, Griechisch, Lateinisch, Französisch und Italiänisch, weswegen sie auch die Sächsische Cornelia und Meißnische Minerva genennet wurde. ... und starb 1690"
1686   In dieser Einweihungsschrift schreibt Probst und Superintendent Christoph Nicolai: "... Gegeben zu Clöden ... und wie man nachricht hat vor 300. Jahren noch eine schöne Stadt von Thürmen und Mauren an 500. Feuerstäten gewesen / so aber von den anlauffenden Wasser der Elbe gantz eingewaschen / daß man genötigt worden / den Orth zu verlassen und anderweit anzubauen. Und siehet man noch heute zu tage an dem Orth / wo sie vor diesem gestanden / am Ufer der Elbe steinerne alte Gemäure / so das Wasser entdecket / und ausgewaschen hat / daß man also hieraus die Nichtigkeit der Welt ersiehet und seufzen kan: ..." [Da 1621 der Riß entstand, kann er durchaus solche Mauerreste frei gelegt haben. Unklar ist nur, ob es Befestigungsmauern oder Häusermauern waren!]
1694   Wappen in Kirche zeigt: "Magnus Löser 1694", der also mit 24 Jahren schon gestorben ist! Dadurch kam Klöden an seinen Bruder Heinrich, der aber auch schon 1705 starb.
1714 14. Dez. Riß von Elbe abgetrennt ( "Straßen"-Damm zwischen Mauken und Düßnitz ersetzt Fähre!) : Bericht (Wasserbaukommissar Joachim Plötz, Herr Reinhard v. Hartitzsch u. der Pretzscher Amtmann Gotthard Demisch): "... mit dem Elbriß Bau ... so weit avanciret, ... daß hinter demselben alles trocken, und die unten gegangene Elbriß Fehre nicht mehr gangbar ist, weswegen alle Reisende die tour über den aufgeführten Bau nehmen, der nicht allein von rechter breite, sondern auch von solcher tüchtigkeit, daß iedermann aus aller Gefahr ist ..."
1747 März wurde auf Burg Klöden die letzte Hexe Mitteldeutschlands, namens Christiane Hanke (eine 60-jährige Brandstifterin) zum Tode verurteilt.
1774 Herbst Künstlicher Elbdurchstich bei Clöden
1781   Grafen Löser verkaufen ihr Gut Klöden wegen des Elbdurchstichs an sächsischen Kurfürst ==> aus dem Rittergut wird ein Kammergut!
1783   Der Kurfürst Friedrich August III. (auch gewählter König von Polen und ab 1806 durch Napoleon auch König von Sachsen) lässt sein neues Klödener Jagdgebiet (Hegeholzberg und am Riß Richtung Kleindröben) durch Hegesteine (mit Kurschwertern und Jahreszahl 1783) markieren, von denen noch einige existieren.
1815   Wiener Kongreß: Klöden kommt vom Königreich Sachsen zum Königreich Preußen (Provinz Sachsen, Kreis Schweinitz). Damit wird aus dem Kammergut eine königliche Domäne!
1819   Domänengut hat viele eigene Gewerbe: Bierbrauer, Branntweinbrenner, Müller, Gärtner, Ziegler, Stellmacher, Schäfer, Hirten..
1862   Der letzte Abschnitt des Elbdeiches zwischen Kleindröben und Klöden wird fertig gestellt und schließt die noch offene Lücke im Gebiet des Dautzschen-Schützberger Deichverbandes, der am 6.7.1853 gegründet wurde.
1934   Die Burg Klöden geht in Gemeindeeigentum über, mehrere Familien ziehen ein: Kirschner, Ettlich, Schumann, Kettmann mit Zahnarztpraxis, Trenkelbach, Grubbe, Schönholz, Werner
1935   Die Burg wird von der königlichen Domäne getrennt und kommt in Besitz der Regierung; Einrichtung einer Schule scheitert an Kostengründen, dafür zieht der "Landdienst" ein; die Domänenvorwerke Rettig (zu Klöden) und Mauken (zu Pretzsch) werden in Siedlungsstellen umgewandelt
1952 1. Sep. Nach Schließung der Zubringerschulen in Schützberg und Kleindröben wird u.a. in 5 Räumen im Schloß unterrichtet. Später kamen auch eine Schulküche, der Rat der Gemeinde, eine Zahlstelle der BHG und ein Standesamt (bis 1967) dazu.
1969   Der ABV ("Abschnittsbevollmächtigte", der Polizist), Herr Werner Buchwald, hatte über dem Tor sein Büro
1973   Schule zieht aus
1976   Kindergarten eingerichtet; Klödener Jugend renoviert Keller als "Jugendclub", wo ab 1981 auch Filmveranstaltungen laufen
1991   Kinderkrippe zieht ein
1992 bis 1995 Der Bonner Architekt Werner LeGans wurde für die symbolische 1DM neuer Burgherr (Architektenbüro)
1998   Burg wurde gerichtlich beschlagnahmt und zur Zwangsvollstreckung ausgesetzt
2002   Neuer Investor Herr Prasse bringt Rückerstattung der Burg ins Rollen; gründet "Verein zur Rettung und Erhaltung der Burg Klöden" und beantragt Umschreibung der Burg auf Verein; erste Veranstaltungen (Tag des offenen Denkmals, Weihnachtsmarkt) finden statt
2002 Juli Nach dem Dammbruch bei Dautzschen steht die ganze Elbaue unter Wasser und Klöden ist eine Woche lang eine Insel. In den Kellern der Burg steht das Wasser und im Ostflügel zeigen sich starke Risse.
2004   Sylke Petzold wird Pächterin der Gaststätte
2005 bis 2007 Sanierung des Ostflügels mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus Hochwassermitteln unter Regie der Gemeinde
2005 Nov. Nach der Gründung des "Förderverein Burg Klöden e.V." überträgt die Gemeinde die Burg an diesen Verein
2006 Herbst Archäologische Grabung am Westhang des Burgwalls unter Leitung von Dr. Uwe Vogt bringt eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse:
1. dt. Burg aus 10.Jh. schon mit Mörtel gemauert und 1163 zerstört, danach weitere katastrophale Schäden durch Hochwasser, denn mehrere am Westflügel abrupt endende Horizonte mit Mauer- und Fußbodenresten deuten auf einen ehemals viel größeren Burgwall mit fester Bebauung hin.

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